Filmforum im Casablanca Kino: „Zwingli – der Reformator“, 31.10., 18 Uhr

„Zwingli – Der Reformator“ ist eine Koproduktion von C-Films Zürich und EIKON Media. Verleih gefördert von MFG Baden-Württemberg, Swiss Films und BAK Bundesamt für Kultur. Im Verleih von W-film Distribution. 128 min.

Inhalt
Zürich im Jahr 1519. Die junge Witwe Anna Reinhart (Sarah Sophia Meyer) führt ein karges Leben zwischen Gottesfurcht und Sorge um die Zukunft ihrer Kinder, als die Ankunft eines Mannes in der Stadt für Aufruhr sorgt: Der junge Priester Ulrich Zwingli (Max Simonischek) tritt seine neue Stelle am Zürcher Grossmünster an und entfacht mit seinen Predigten gegen die Missstände in der Katholischen Kirche heftige Diskussionen. Seine revolutionären Gedanken machen Anna Angst. Als sie aber beobachtet, wie Zwingli Nächstenliebe lebt und nicht nur predigt, gerät sie mehr und mehr in seinen Bann. Doch Zwinglis Erfolg wird rasch gefährlich. Seine Ideen lösen beinahe einen Bürgerkrieg aus und es entbrennt ein Kampf um Macht und Deutungshoheit. Als sich die katholischen Kräfte international zu formieren beginnen, wird die Beziehung von Zwingli und Anna auf eine harte Probe gestellt.

© Casablanca Kino und Ralph Hennings

Gott liebt die Menschen. Auch wenn sie Fehler machen.

Hinter­grund
Sein Lebenswerk machte ihn weltbekannt: Der Zürcher Reformator Huldrych (Ulrich) Zwingli hat in wenigen Jahren die ganze Stadt Zürich und einen festverankerten Wertekanon auf den Kopf gestellt. Mit messerscharfem Verstand sezierte er das religiöse und gesellschaftliche System, er prangte Missstände an und hatte keine Angst, sich mit den Mächtigsten seiner Zeit anzulegen. Am Ende starb er, der Kriegsgegner, in einem Krieg, den er selber nicht verhindern konnte.

Was Zwingli tat, hat die Gesellschaft bis heute tiefgreifend verändert. Zwinglis Wirken legte nicht nur den Grundstein für das heutige Sozialwesen, auch Religion und Rationalität fanden in einem neuartigen Bildungswesen eine wegweisende Verbindung. Werte wie Innovation, Solidarität und Offenheit bildeten nicht nur die Basis für die Durchsetzung der Reformation, sondern sind noch heute – 500 Jahre später – topaktuelle Themen, die jede Gesellschaft in ihren Mittelpunkt stellen sollte. Doch wer war dieser widersprüchliche Mann?

Im Film „ZWINGLI“ wird Zwinglis Leben nicht nur aus seiner, sondern auch aus der Perspektive seiner Ehefrau Anna erzählt und reflektiert. Anna, die zu Anfang unserer Geschichte, die mit Zwinglis Antritt am Zürcher Grossmünster seinen Lauf nimmt, sehr stark dem Katholischen Glauben verbunden ist, wird in der Entwicklung am eigenen Leib erfahren, was Wandel zur Selbstbestimmung bedeutet. Dem Aufruf des reformatorischen Glaubenssatzes „Solo Scriptura“ folgend, wandelt sich Anna von einer passiven zu einer aktiven Frau; eine Frau, die in der Lage ist, Ihre Ängste abzulegen, ihre Stärken anzuerkennen und mit Verstand und Ratio ihr Leben zu bestimmen – mit all den damit verbundenen Höhen und Tiefen. Gemeinsam mit Anna erleben wir Zwingli als komplexen Mann und Menschen, der weit mehr ist als eine historische Figur. Und zudem ganz und gar nicht jenem Zwingli-Bild entspricht, welches ein Großteil der Menschen in sich trägt. Diese für die Schweiz so wichtige historische Figur wird nahbar und übersetzt sich auf erzählerisch gekonnte Weise ins Gegenwärtige. ZWINGLI wird so zu einem Film über Mut und Visionen; ein Film über den Kampf für die eigenen Ideale und über die Frage, ab welchem Zeitpunkt man noch für die Sache kämpft, oder sich bereits selber verrät.

Gemeinsam mit dem Forum St. Peter der katholischen Kirche und der Evangelischen Stadtkirchenarbeit zeigen wir seit Herbst 2009 eine Reihe von Filmen, die sich – weitgefasst – mit dem „Sinn des Lebens“ auseinandersetzen. Leben ist mehr als das, was wir täglich erleben – so das Motto dieser Reihe.

Karten und Reservierungen:

www.casablanca-kino.de