Tagebuch der Koko-Fahrt nach Roedby/Bindernaes vom 6. bis 13. Juli 2019

Texte: Teamer Yorrick

Samstag, 6. Juli 2019

Die Gemütlichkeit und das stetige Geräusch des fahrenden Busses lässt uns fast vergessen wohin wir fahren. Aber nur fast. Die Reise nach Bindernaes dauert nicht lang, beinhaltet allerdings nicht nur eine Busfahrt, sondern auch einen teilweise schaukligen aber insgesamt überraschend verkraftbaren Aufenthalt auf der Fähre, die uns von Fehmarn aus ans Ziel bringt.
Mit der Fähre unterwegs …

Mit der Faehre unterwegs; Bild: R. Hennings

01a_ 6_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Ankunft in Bindernäs!

Wir sind gut angekommen; Bild: R. Hennings

Viel früher als erwartet kommen wir in dem Internat an, was uns mehr als genug Zeit zum Auspacken verschafft. Als die nahe Umgebung erkundet und die Kämpfe um die besten Betten beendet sind ist es für das Abendessen, welches vom Küchenteam super vorbereitet wurde. Ansagen und Geklatsche folgen.

04_ 6_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Danach geht es in die Turnhalle wo das Kennenlernen beginnt bis es schließlich Zeit ist für die große Zeremonie des Homegroup-Einteilens. Diese besteht aus: Einer Menge bunten Luftballons! Rot, gelb, gelb mit smiley, pink/Cinderella… das sind die Gruppen.
Ein paar Lieder werden gesungen und dann, Schleppend, motiviert oder auch ein wenig unsicher wird in den Gruppen gearbeitet und gelacht. Das Thema lautet „Brauchen Menschen Gott?“ Diese Frage führt dazu, dass wir einige interessante Antworten zu hören bekommen.

05_ 6_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

06_ 6_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

07_ 6_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Und dann ist es Zeit für die Abendandacht. Bei Kerzenlicht tönen die Stimmen der Konfis, Teamer und Leiter durch den Raum begleitet vom Gitarrenspiel. Nach dem Gebet und einem selbst geschriebenem Predigt-Slam verschwindet das Lachen langsam in den Zimmern. So schön der Tag auch war, es wollen (fast) alle ins Bett, was ja auch gut so ist.

08_ 6_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Sonntag, 7. Juli 2019

„Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein.“ Als uns heute Morgen diese Zeilen in lieblicher Lautstärke aus einer Musikbox tönend aus unseren Träumen reißen, beginnt der zweite Tag. Er beginnt mit einer Andacht, welche von dem zusätzlichen Gitarren- und Flötenspiel von drei musikalisch engagierten Konifs geschmückt wird.

01_7_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Auf ein vielfältiges Frühstück folgt die erste Arbeitseinheit. Es geht um den Leistungsdruck in der Schule, unter dem ein im Film gezeigter ein Junge namens Paul leidet. Damit beginnt die Homegroup-Phase und schnell wird klar, dass das Thema bei vielen ein sehr aktuelles ist. Eigene Erfahrungen werden ausgetauscht oder auch nicht ausgetauscht. Außerdem werden unter anderem Rollenspiele entwickelt und vorgestellt.

02_7_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

03_7_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Das Mittagessen, welches einen unwiderstehlich aussehenden Nachtisch beinhaltet, wird anschließend genossen.

04_7_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Nach weiterem Arbeiten versammeln sich alle und da gibt es eine interessante Ankündigung: Ab heute ist die gute Nacht Post verfügbar, welche es allen ermöglicht auch ohne WhatsApp ein wenig miteinander zu chatten. Ein spam- und hate Filter wird von ein paar Teamern gebildet.

05_7_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Die letzte Aktivität des Tages besteht daraus sich aus einem Klebeband-Kreis eine eigene „Welt“ zu bauen und zu überlegen was einem darin am wichtigsten ist. Dies bringt ein erstaunliches Ergebnis mit sich: Das was für fast alle das wichtigste ist, sind die Menschen. Familie, Freunde oder auch das Haustier stehen oft an erster Stelle.

06_7_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

07_7_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Nach einer Andacht welche noch einmal vom Klang der Flöten verschönert wird findet der erste volle Tag in Bindernaes langsam ein Ende.

Montag, 8. Juli

Ein Zitat aus den Arbeitsergebnissen „Liebe ist…“
„Liebe ist nicht nur ein Gefühl, Liebe ist wie eine Kraft, die dich komplett verändert. Mit Liebe machst Du Sachen, die Du ohne nie zustande gebracht hättest.“
Als wir heute frühstücken, gibt es nicht nur Ankündigungen, sondern auch ein Ereignis: Den Geburtstag eines Konfis.

01_8_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

02_3_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Glückwünsche bilden den Übergang zum Start von einer bedeutsamen und auch tiefgründigen Arbeitseinheit. Charaktere namens Toni und Alex führen uns in das Thema „Liebe“ ein. Bevor wir uns allerdings in die Diskussion stürzen dürfen beginnt mehrtägiges Spiel: Das Mörderspiel. Ein Mord ist in dem Moment vollbracht, in dem man es schafft seiner Zielperson einen Gegenstand direkt zu übergeben. „Sehr christlich“, merkt Pastor Hennings an.
Liebe. Dieses Wort beginnt besitzt eine ganze Menge Möglichkeiten zur Interpretation. Eine davon ist das oben genannte Zitat. Liebe tut weh, Liebe macht Spaß und Liebe ist kompliziert sind weitere genannte Beispiele.
Die Mittagspause wird von allen Konfis, Teamern und Leitern unterschiedlich genutzt. Tischtennis wird gespielt, sowie Beachvolleyball oder der Strand besucht. Und auch sonst findet jeder und jede etwas woran er oder sie Spaß hat.

03_3_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

04_8_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Schließlich wartet auf die Konfis eine echte Herausforderung. Diese trägt den Namen „Liebesraum“. Die Aufgabe: Ein Platz, nicht zwangsweise ein Raum, soll mit entsprechenden Materialien so gestaltet werden, dass man dort eine Zeit voller Liebe verbringen könnte und wollte. Jede Form von Liebe tritt dabei auf.

05_3_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

06_8_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

07_3_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

08_8_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Der Tag schließt ab mit einem Geländespiel, voller Spielgeld und Gummibären. Das Bild zeigt die „Gummibären-Bank“.

09_3_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Der Schreiber dieser Tagebucheinträge ist übrigens der Teamer Yorrick.

10_8_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Dienstag, 9. Juli

Der heutige Tag beginnt wie gewohnt mit einem Film. Die Geschwister Clara und Felix und dessen Freundin Louisa sind alle drei Charaktere mit ihren ganz eigenen Problemen. Worüber sind die Figuren glücklich? Worüber unglücklich? Wozu sind sie nicht fähig? Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für die Diskussionen, die geführt werden.

01_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Die Ergebnisse werden wiederverwertet in der folgenden Aufgabe, welche darin besteht den Umriss eines Menschen mit genau solchen Überlegungen zu füllen: positiv und negativ.
Die Geschichte bietet allerdings noch mehr Gesprächsstoff: Das Thema des Lügens. Ist es okay mal zu lügen? Muss man sich schlecht dabei fühlen? Wo ist die Grenze? Eine eindeutige Antwort auf diese Fragen gibt es nicht, die Konfis kommen allerdings nah heran.

02_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Mittagessen ist wie immer willkommen und heute gibt es sogar etwas Besonderes. Als wir den Speiseraum betreten, finden wir unter anderem in zwei Töpfen: „Bologna à la Kieseritzky“ und „Gemüsesuppe à la Andrae“.
Als der Küchendienst getan ist, beginnen die Konfis sich zu treffen und zum Strand aufzubrechen, sich sportlich zu betätigen oder auch wie tatsächlich recht oft zu Pokern.

04_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

05_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

06_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Schließlich ist es Zeit für die Tauftücher. Sprich: Tücher, die über den jeweiligen Konfi aussagen wann er oder sie glücklich oder unglücklich ist und ihm oder ihr außerdem einen herzerwärmenden Spruch aus der Bibel mit auf den Weg geben.
Zur Vorstellung dieser begeben wir uns in die Turnhalle. Sanfte Gitarrenmusik und atmosphärischer Kerzenschein empfangen uns, nach und nach werden die Tauftücher überreicht und die Sprüche vorgelesen, was auf einmal alle ganz glücklich werden lässt. Der Altar in der Mitte gibt dem Ganzen ein wunderbar warmes und freundliches Gefühl.

07_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

08_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Einige Teamer pilgern nach der Andacht noch an den Strand und genießen die besondere Atmosphäre am Meer.

09_9_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Mittwoch, 10. Juli

Das Böse, ist das Thema des heutigen Tages. Das Mädchen welches wir damit kennenlernen heißt Nina, sie handelt böse. Aber was das bedeutet ist nicht immer klar. So müssen die Konfis ihre eigene Definition dafür finden. Und diese fängt an bei: „Darth Vader ist böse“ und endet bei mehrzeiligen Überlegungen.

01_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

02_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Nachdem wir sehen wie Nina Freundschaften und Beziehungen gefährdet oder zerstört hat kommt die Frage auf ob sie überhaupt auf der Schule bleiben darf. Um diese zu klären beginnen wir mit einer rasanten Arbeitseinheit; mit einer Improvisierten Schulkonferenz. Die Konfis spielen ihre Rollen überraschend überzeugend. Geladene, geistreiche und humorvolle Bemerkungen fliegen meist kreuz und quer durch die Runde. Am Ende wird das Ganze analysiert, besprochen und bewertet.
Anschließend bringt die Mittagspause den üblichen aber auch üblich schönen Strandbesuch.
Das Mittagessen birgt heute eine angenehme Überraschung: Das Küchenteam hat mit ganz viel Liebe, Eifer und Geduld 300 köstliche Kartoffelpuffer gezaubert. Dafür haben sie sich einen extra herzlichen Applaus verdient.

03_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

04_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

05_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

06_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

07_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

08_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Doch nun beginnt der schwierigste Teil des Tages. Mit den Ergebnissen der Konferenzen als Ausgangspunkt sollen Fortsetzungen von Ninas Geschichte gedreht werden. Selbständig skripten die Konfis ihre Story, suchen sich Drehorte, besprechen die Rollen drehen schließlich. Doch vor der Vorstellung wird gegrillt und das Küchenteam sorgt dafür, dass jeder zufrieden ist. Die Filme, die jetzt vorgestellt werden sind zum Lachen oder auch zum Fürchten. Was die Aktion vervollständig, ist die Jury, die die Filme auszeichnet. Obwohl natürlich nicht für alle ein Preis drin ist, genießen alle die lockere Art der Jurymitglieder. Ein rundum abwechslungsreicher Tag.

09_10_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Donnerstag, 11. Juli

Für viele ist der heutige Tag emotional besonders anfordernd. Der letzte Holk-Film beschäftigt sich mit einer Jugendlichen namens Mara und mit dem Thema „Trost“, der Mara oft fehlt. In den Homegroups erarbeiten die Konfis gemeinsam einen Weg, wie man Mara am besten trösten kann. Dazu benutzen sie unter anderem eine Bibelgeschichte in der Gott den Propheten Elia tröstet.
Wir unterbrechen die Arbeitsphase um mithilfe einer Drohne ein Gruppenfoto aus der Luft aufzunehmen. Das Ergebnis ist fantastisch.

01_11_7_19_Bindernäs_Gruppenbild; Bild: T. Hachmeister

Die nächste Aufgabe ist für die meisten nicht einfach. Die Konfis bekommen schwarze Zettel auf welche sie Momente aus ihrem Leben schreiben können, in denen sie „kein Licht mehr gesehen haben“. Anschließend werden diese Zettel verbrannt, wobei auch die eine oder andere Träne fließt.
Doch dann gibt es eine Wendung: Wir beginnen mit dem Thema „Hoffnung“. Dazu werden in der Umgebung Bilder aufgenommen, die Hoffnung symbolisieren. Kreativität ist hier gefragt.

03_11_7_19_Bindernäs_Hoffnungsbild-Cinderella_Zusammens_schaffen_wir_alles_Bild: R. Hennings

04_11_7_19_Bindernäs_Hoffnungsbild-Konfidas-In_Freundschaft_ist_der_Himmel_immer_blau; Bild: R. Hennings

Als letztes werden in den Homegroups Kerzenständer mit Wünschen für sich selbst und andere gebastelt. Das alles wird in die Turnhalle gebracht. Die Kerzen werden angezündet, die Bilder gezeigt und gesungen. Die Konfis beteiligen sich mal wieder musikalisch mit Gesang und Querflöten.
Schließlich bleiben alle noch so lange sitzen, bis die Atmosphäre für sie abgeklungen ist, was ziemlich lange dauern kann.

02_11_7_19_Bindernäs; Bild: M. Lucht

05_11_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

06_11_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Freitag, 12. Juli

Heute dürfen wir Teamer ausschlafen, während die Konfis frühstücken und Andacht feiern. Dann treffen wir uns jedenfalls in der Turnhalle und schauen symbolisch an, wie viele Einwohner in den Kontinenten der Erde leben, wie viel sie verdienen und wie viel CO2 sie ausstoßen. Vormittags beschäftigen wir uns mit Greta Thunberg. Wir schauen uns eine ihrer Reden an. Die nächste Arbeitseinheit beschäftigt sich mit dem Klimawandel. Unter anderem machen die Konfis einen Test, der zeigen soll, wie umweltfreundlich sie leben.

01_12_7_19_Bindernäs; Bild: M. Lucht

02_12_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Nachmittags gibt es Feedback. Was war das Highlight? Was war Müll? Wie waren die Teamer und die Leitung? Was nehme ich von der Fahrt mit? Alle können hier anonym und frei ihre Meinung äußern. Außerdem schreiben die Konfis einen Brief, welchen sie nach Hause an sich selbst schicken.

03_12_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

04_12_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Als es Abend ist, begeben wir uns gemeinsam zum Strand. Die Sonne bricht in einzelnen, rot-orangenen Strahlen durch die Wolkendecke. Ein Feuer brennt neben einem einsamen Notenständer, denn auch bei der Andacht, die folgt, darf das Gitarrenspiel nicht fehlen. Gemeinsam legen wir danach ein Kreuz aus den schönsten Steinen, die wir finden. Schließlich bleiben einige noch sitzen, andere gehen zurück oder auch ins Wasser. Nicht wenige in voller Montur.

05_12_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

06_12_7_19_Bindernäs; Bild: M. Lucht

07_12_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Der Tag und auch die Fahrt endet mit einer Party, die allen ihren Spaß bietet.

08_12_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Samstag, 13. Juli

Heute ist Wecken um 7 Uhr, für die meisten war das eine kurze Nacht! Um 7.45 Andacht mit Maria und Martha, die am Tag nachdem Jesus bei ihnen zu Besuch war (Lukas 10,38-42), nun Aufräumen und Putzen müssen. Dabei fangen sie an sich zu erinnern, wie es mit Jesus war.
Uns geht es genauso. Nach dem Frühstück packen und putzen wir.

01_13_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

02_13_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Wir müssen in diesem Jahr schon um 10 Uhr abfahren, weil nach uns gleich eine neue Gruppe kommt. Da die Busfahrer zeitig da sind und alle mit anpacken, gelingt es uns, pünktlich loszufahren. Wir kommen auch gleich mit der ersten Fähre mit. Auf dem Schiff wird der Abschied ganz real. Wir lassen eine Woche hinter uns, die uns geprägt hat.

03_13_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

04_13_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

05_13_7_19_Bindernäs; Bild: R. Hennings

Kein leichter Abschied, aber eine gute Reise, denn wir kommen ohne Stau in Oldenburg an. Müde, glücklich und voll von Eindrücken.