„Was, Sie gehen im Oktober in Ruhestand?“ – Verabschiedung von P. Jörg Schierholz

„Was, Sie gehen im Oktober in Ruhestand? Sie sind doch noch nicht so alt! Da müssen wir noch einmal darüber reden!
Diese oder ähnliche Sätze habe ich in der letzten Zeit, seit feststeht, dass ich am 27. Oktober in meiner Konfirmationskirche in den Ruhestand als Pfarrer verabschiedet werde, mehrfach gehört. Aber im September wurde ich 65 Jahre und auch familiär legt sich dieses Datum nun nahe.
18 Jahre durfte ich als Pfarrer der Kirchengemeinde Oldenburg, im Pfarrbezirk Haarentor, an der Auferstehungskirche, sein.
Ich habe meinen Dienst mit großer Freude und Dankbarkeit versehen. Als Vorsitzender des Bezirksausschusses in einem vertrauensvollen Miteinander der Kirchenältesten, der Haupt- und Ehrenamtlichen, lagen mir besonders die Gottesdienste am Herzen. Dabei habe ich meine Hauptaufgabe darin verstanden, den Glauben von der uneingeschränkten Liebe Gottes im Lichte der je eignenen Lebenserfahrung zu verstehen und aus dieser Hoffnung heraus weiterzugeben.
Als „Reisepastor“ wurde ich bis zuletzt nachgefragt. Dabei ist es zu interessanten Begegnungen gekommen, auch durch die Teilnahme Mitreisender aus anderen Gemeinden. Übergemeindlich habe ich mich für die Notfallseelsorge in Oldenburg all die Jaher stark gemacht. Es ist für alle Beteiligten segensreich, dass die Kirche nicht nur über Kreuz und Auferstehung predigt, sondern sich in Situationen hinein begibt, wo beides erlebt wird. Es ist schwer, unseren Glauben angesichts des Leids durchzuhalten. Doch wir haben die Zusage, dass das Leid die Nähe Gottes nicht aufhebt.
Der Freizeitstätte des Blockhauses Ahlhorn galt über Jahre meine weitere Aufmerksamkeit. Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten wird sie mit 30.000 Übernachtungen pro Jahr vermehrt nachgefragt. Ich gehe zu einer Zeit, in der Vieles im Übergang, im Umbruch ist. Die Kooperation mit dem Christuskirchenbezirk wird nur ein Anfang einer weiteren vertrauensvollen Zusammenarbeit, Vernetzung in der Kirchengemeinde Oldenburg sein. Die letzten sieben Worte der Kirche „Das haben wir immer schon so gemacht!“ sollten der Vergangenheit angehören.
So möchte ich Ihnen und Euch Mut machen, den Kurs des Kirchenschiffes auch weiterhin beherzt mitzubestimmen, getragen von Gottes Strömung, die schon die Richtung weist! Es lohnt sich für die Sache Jesu und die Menschen in nah und fern, die er uns auch weiterhin anvertraut. So möchte ich mich hiermit ein erstes Mal bei allen Gemeindegliedern, den ehren-, neben- und hauptamtlichen Mitarbeitenden für die zurückliegende Zeit auf das Herzlichste bedanken und Ihnen für die Zukunft Gottes bewahrenden Segen wünschen. Meiner Ehefrau Chrsitiane und meinen drei Kindern bin ich insbesonders dankbar, dass sie meine Arbeit kritisch-konstruktiv unterstützt haben.
Ein herzliches „Gott befohlen“ wünscht Ihnen Ihr/Euer Pastor Jörg Schierholz

Verabschiedungsgottesdienst: 27.10., 15 Uhr, Auferstehungskirche