„All you need is love“ – das sangen die Beatles vor fast 60 Jahren. An Kraft, Hoffnung und vielleicht auch an einer gewissen Naivität hat dieser Satz bis heute nichts verloren. Ebenso wenig an der Überzeugung, dass Liebe eine ungeheure Macht ist: stärker als Angst, fähig, Hass zu überwinden und Mauern einzureißen.
Zugleich ist Liebe keine laute Kraft, sie wirkt oft leise. Sie zeigt sich im Bleiben, wo Gehen leichter wäre. In einer Fürsorge, die erst dann sichtbar wird, wenn sie fehlt. In Geduld, im Aushalten, im erneuten Anfang.
Im 1. Johannesbrief 4 heißt es: „Gott ist Liebe. Und wer in der Liebe lebt, ist mit Gott verbunden – und Gott mit ihm*ihr. Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.“ Auf einmal wird klar: Unsere Liebe ist Antwort. Vielleicht ist sie die Antwort auf mehr Fragen, als wir ahnen – eine Art „christliche 42“.[1]
Diese Liebe entsteht nicht aus eigener Kraft. Sie wächst aus dem Vertrauen, angenommen zu sein, Gottes geliebtes Kind zu sein – trotz allem! So wird Liebe zu einer inneren Richtung: wenn wir zuhören, obwohl wir müde sind; wenn wir bleiben, obwohl Weggehen leichter wäre; wenn wir hoffen, obwohl vieles dagegen spricht. Liebe vertreibt nicht jede Angst sofort. Aber sie nimmt ihr die Macht. Wer sich geliebt weiß, muss sich nicht ständig schützen.
Wir lieben, weil wir zuerst geliebt sind. Darauf gründet alles. Und aus dieser Quelle dürfen wir leben – und weitergeben, was wir selbst empfangen haben. 42 halt!
Ihre Pastorin Meike Melchinger
All you need is love (pdf 1,3 MB) Wort der Zuversicht vom 15. Februar 26
[1] Aus Per Anhalter aus der Galaxis.
