Die ersten Tage im neuen Jahr verbinden sich auch mit einer gewissen Ernüchterung. Viele Themen machten über die Festtage nur eine Pause und sind wieder da: Hallo, hier bin ich. Akten liegen noch immer auf dem Fußboden. Anfragen hat niemand für mich beantwortet. Das Weltgeschehen spielt erschreckend kriegerisch weiter. So unberührt wie eine frisch verschneite Landschaft ist das neue Jahr gar nicht. Es ist Fortsetzung. Es ist ein Weitergehen. Es ist ein Déjà-Vue. Alle neuen Akzente machen richtig Arbeit. Routinen des alten Jahres wirklich zu durchbrechen, braucht enorme Energie. – Warum nur verbinden wir den Januar mit so vielen Vorsätzen und geben gleich wieder Volldampf im Alltag? Da ist der Winterblues doch fast vorprogrammiert. Die Natur hat ihre Kräfte zurückgezogen. Das Licht macht sich noch immer rar. Eis und Schnee bremsten mich aus. Und auch wenn eine weihnachtliche Blume mitten im Winter „wohl zu der halben Nacht“ blüht. Dann ist energetischer Aufbruch ins Leben erst später, im Frühling. Jetzt ist eher Zeit zum Durchhalten. Zum Aushalten. Zum Innehalten. Das neue Jahr behutsam angehen ist nicht Faulheit, sondern ganz normal. Es ist quasi „winter-richtig“. Die Natur ist noch im Energiesparmodus. Und auch ich brauche viele Kräfte, um zu überwintern. Überfordern wir uns nicht. Auch nicht gegenseitig. Es hat eben einen guten Grund, warum der Weihnachtsstern noch bis zum 2. Februar, bis zum Tag Lichtmess, weiter leuchtet. Nicht alles angebliche Müssen, muss ich auch tun, das wäre ein weiser und winter-richtiger Januar.
Ihr Pastor Tom O. Brok
„Winter-richtig“ gegen Winterblues (pdf 1,71 MB) Wort der Zuversicht vom 18. Januar 26
