Staub und Atem

Ein kleines Kreuz aus Asche auf der Stirn – Aschermittwoch.
So beginnt sie, die Zeit bis Ostern. Die Fastenzeit. 
„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“ (Genesis 3,19)
Ein Satz, der hängen bleibt. Und doch gern überhört wird.
Der Alltag ist laut. Termine drängen sich, Nachrichten blinken auf, To-do-Listen werden länger. Leben fühlt sich dann schnell, als gäbe es unendlich viel Zeit – oder zumindest so viel, dass die Frage nach dem Ende eben noch warten kann.
Endlichkeit stört. Sie passt nicht in eine Welt, die auf Wachstum, Tempo, Leistung und Selbstoptimierung setzt.
Und dann diese Asche. Fein und zerbrechlich. Ein Zeichen auf der Haut. Sie erinnert daran, dass das Leben kostbar ist – gerade, weil es begrenzt ist. Dass jeder Tag Gewicht hat. Eine besondere Einladung ans Leben.
Und das kann uns durch die Fastenzeit begleiten. Weniger müssen. Mehr sein. Mehr leben.
Sich der eigenen Endlichkeit zu stellen, kann wacher machen für die Gegenwart. 
Das Heute wird wichtiger als das Irgendwann. Ein Gespräch bekommt ungeahnte Tiefe.
Eine Umarmung festhalten und ihre Wärme spüren.
Staub – ja.
Und zugleich belebt von Gottes Atem. So erzählt es uns die Schöpfungsgeschichte.
Vergänglich und unendlich gehalten.
Die Asche auf der Stirn kitzelt und flüstert mir zu: Diese Zeit ist kostbar. Dein Leben ist kostbar. Mit jedem Herzschlag. 
Die Asche erinnert an das Ende.
Gottes Atem erinnert an den Anfang.
Und zwischen beidem: dieses Leben!

Ihre Pastorin Saskia Schoof

Staub und Atem (pdf 494 kB) Wort der Zuversicht vom 22. Februar 26

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