Jan seggt to sin Nahbor: Ick heb höört, dat Trump Grönland koopen wööt.
Dirk: Jo, dat hebbt se in‘t Radio seggt.
Jan: Ick hebb doch noch de twee Hektar achter de Knick. De könnt he hebben – man maihen moot he sölvens.
Dirk: Dann verkööp em doch din Grönland!
Der Versuch von Präsident Trump Grönland zu bekommen, ist auf Plattdeutsch lustiger als auf Hochdeutsch oder gar in der politischen Realität. Das Plattdeutsche gibt uns mit dem Wortspiel Grönland / Grünland die Möglichkeit, die absurde Forderung des Amerikaners mit der Bauernschläue von Norddeutschen zu kontrastieren. Das ist vielleicht eine der wenigen Möglichkeiten, den Narzissmus Trumps zu kontern: Wir machen uns lustig darüber. Humor war schon immer eine scharfe Waffe der Schwachen und von den Mächtigen stets gefürchtet.
Wenn in diesem Falle vor unserem inneren Auge das Bild von Donald Trump auf einem Aufsitzmäher in der norddeutschen Provinz entsteht, dann wird der mächtigste Mann auf Erden auf ein Normalmaß geschrumpft. Unsere Angst schrumpft dann ebenfalls und es wächst die Zuversicht, doch etwas machen zu können gegen die großen Potentaten. Wir lachen sie einfach aus. Dem wird bald auch der Fasching dienen, den die Norddeutschen zwar meist boykottieren, dessen Sinn aber genau darin liegt: Wir lachen über die Mächtigen, um uns einen Abstand zu verschaffen, mit dem sich besser leben lässt als in der medial vermittelten Dauerbedrohung aus Ost und West.
Ihr Pastor Prof. Dr. Ralph Hennings
Grönland verkaufen? (pdf 1,8 MB) Wort der Zuversicht vom 25. Januar 26
