„Seid nicht träge“

Was finden Sie, findet Ihr eigentlich, woran soll man uns Christinnen und Christen erkennen? Daran, dass wir nett zueinander sind? Oder ist es Ihnen eher wichtig, dass wir für eine Sache brennen? Was erwartet Ihr von Kirche, von Christinnen und Christen und damit ja von uns selbst?
Paulus schreibt in einem Brief an die Gemeinde in Rom: Die Liebe sei aufrichtig, ohne Falsch. Liebe ohne Schauspielerei aber kann sich nicht verstellen, es ist klar, dass sie das Böse verabscheut. Lieb sein heißt nicht, zu allem JA und AMEN sagen. Die Liebe ist eine gewaltige Kraft, aber ohne mächtige Gewalt, sie muss sich an das Gute hängen. Paulus nennt die unmittelbaren Konsequenzen aus aufrichtiger Liebe. 
Die Brüderlichkeit soll demnach etwas Zärtliches sein, so übersetzt der Theologe Karl Barth den nächsten Vers. Eben keine Anweisung. Eine Bitte um Geschwisterlichkeit, die auch im Stillen da ist.
Alles Weitere gehört auch zur Liebe: Kommt euch zuvor in der Ehrerbietung. Seid nicht träge im Ernstmachen. Haltet euch gegenseitig die Tür auf und haltet vor allem, was ihr versprecht. Brennt im Geiste. Auf Begeisterung kann man nur hoffen, sie nicht herbeizwingen. Menschen, die für eine Sache brennen, ohne dabei zu verbrennen oder andere durch ihr Feuer versengen, sind wunderbar.
Christ*insein erschöpft sich nicht im Besuch des Sonntagsgottesdiensts, das ist uns allen klar. Es meint nicht nur, an der Konfirmand*innenzeit teilzunehmen, alle Punkte im Pass zu haben und das Glaubensbekenntnis auswendig zu können. Christ*insein meint uns ganz. Deswegen erwarten wir zu Recht voneinander, dass uns unser Glaube an Gott im Alltag anzumerken ist.

Ihre Pastorin Anja Kramer

“Seid nicht träge” (pdf 384 kB) Wort der Zuversicht vom 1. Februar 26

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