Ich vermisse den Sommer noch bevor er richtig zu Ende ist. Kalendarisch geht er ja noch bis zum 21. September, aber die Meteorologen haben recht, wenn sie am 1. September den Herbst beginnen lassen. Genauso war es dieses Jahr.
Und ich weiß, wir im Nordwesten haben gut reden, wir sind trotz einiger Tage über dreißig Grad ja noch gut durch Hitze und Dürre gekommen, so etwas wünscht sich doch keiner zurück! Und wer in Süddeutschland oder Südeuropa im Urlaub bei über vierzig Grad war, ist froh über 18 Grad und Nieselregen in Oldenburg.
Aber ich trauere den langen Tagen, der Wärme und der Unbeschwertheit hinterher, die der Sommer für mich mit sich bringt. Ich mag noch keine Fleecejacken anziehen und festes Schuhwerk tragen, auch die leichte Regenjacke, die ich in der Satteltasche am Fahrrad jetzt immer dabei habe, macht mich nicht glücklich. Ich war lieber ohne Jacke unterwegs und habe die Sonne auf meiner Haut gespürt.
Bevor ich aber im September- oder Herbst-Blues versinken konnte, hat mich am 1.9. – pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang – ein Marktbeschicker wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Er sagte: „Ich trauere dem Sommer nicht nach – er kommt ja wieder“ und lächelte verschmitzt. Ich war entwaffnet und dachte: „na klar, so ist es!“ – hat Gott doch gelobt: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22).
Ihr Pastor Prof. Dr. Ralph Hennings
Er kommt ja wieder... (pdf 970 kB) Wort der Zuversicht vom 6. September 26
