Ostern und der Buckelwal

Ostern liegt hinter uns – Tage im Licht der Auferstehung, mit klarer Botschaft: Das Leben behält das letzte Wort! 
Viele haben genau das gefeiert: Hoffnung, die stärker ist als der Tod!
Und dann war da der Wal in der Ostsee. Viele haben mitgefiebert, bis zuletzt gehofft, dass er sich freischwimmt, er gerettet wird. Jetzt stirbt der Wal in der Ostsee. 
Er hatte sich verirrt, war geschwächt, gefangen in einem falschen Lebensraum. Am Ende blieb keine Rettung mehr, nur noch das Aushalten seines langsamen Sterbens. 
Ein stilles, unbequemes Gegenbild zur Osterfreude.
Vielleicht liegt darin eine ehrliche Annäherung an das, was Ostern auch bedeutet? Denn die Auferstehung löscht das Sterben nicht aus. Sie überspringt Karfreitag nicht, sie nimmt ihn ernst.
Oder anders gesagt: Die Hoffnung von Ostern heißt nicht: Alles wird gut.
Sondern: Nichts ist verloren!
Selbst dort, wo ein Leben nicht mehr zurückfindet, Wege enden und Kräfte schwinden, bleibt Gott nicht fern. Gott ist auch im Scheitern, im Sterben gegenwärtig.
Der sterbende Wal bleibt ein Zeichen für dafür, dass Dinge nun mal zu Ende gehen, eben nicht immer alles gut wird, manches unabwendbar ist. Ostern nimmt uns das nicht ab.
Es setzt ein „Dennoch“ dagegen:
Dass selbst dort, wo ein Leben endet, Gott nicht aufhört, da zu sein.
Dass kein Verirren endgültig ist und die Hoffnung nicht darin besteht, dass alles gut ausgeht – sondern dass nichts verloren geht. Gott ist da – immer. Auch wenn wir das gerade selbst nicht spüren können.

Ihre Pastorin Meike Melchinger

Ostern und der Buckelwal (pdf 830 kB) Wort der Zuversicht vom 12. April 26

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