In dieser Jahreszeit gehe ich regelmäßig im Everstenholz walken, besonders gern am frühen Morgen. Während ich meine Runde drehe, kommen meine Gedanken in Fluss. Meistens geht mir etwas durch den Kopf, das noch unerledigt ist. Dabei höre ich das fulminante Vogelgezwitscher in den Bäumen, das mich begleitet. Es ist ein Orchester, das schöner nicht sein könnte.
Vor Kurzem hat mich allerdings eine Nachricht aufgeschreckt, die durch die Presse ging: Der Wald in unserem Land ist in keinem guten Zustand, zu viele Bäume sind krank. Der Klimawandel bringt Trockenheit und der Borkenkäfer tut ein Übriges.
Nun schaue und höre ich morgens noch einmal genauer hin: Das Everstenholz ist an manchen Stellen wie eine hohe Halle, die langen Baustämme sind die Säulen auf denen weit oben das grüne Dach ruht. Und durch diesen Raum hallt von überall her das Lied der verborgenen Sänger. So frisch am Morgen und so fröhlich! Dazu das wunderbare Lichtspiel der Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen!
Einmal mehr möchte ich nun jedem Menschen der mir auf meiner Runde begegnet – Joggern, Leuten, die ihren Hund Gassi führen, Menschen auf dem Weg zur Arbeit – zurufen: „Hört doch hin, was die Bewohner der Bäume uns frei Haus liefern! Sie meinen nicht uns, und doch ist ihr Gesang unser Vergnügen.“ Und dann die Leute, die an technischen Endgeräten unterwegs sind: „Zieht euch die Stöpsel aus den Ohren und schaut auf: Wie wunderschön unsere Welt ist!“
Ihre Pastorin Christine Oppermann
What a wonderful world (pdf 6 MB) Wort der Zuversicht vom 14. Juni 26
