„Wie der Hirsch…“

„Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so sehnt sich, meine Seele, Gott, nach Dir“ – Worte aus Psalm 42 in der Bibel. Ein Satz, der mir schon lange nachgeht. Wenn Gottes Gegenwart in meinem Leben spürbar ist, dann habe ich das Gefühl, so getränkt zu sein, diese Gegenwart so aufzusaugen wie ein Hirsch frisches Wasser. Aber bin ich ständig so voller Sehnsucht nach Gottes Nähe, wie dieser Vers es ausdrückt? Der Beter/die Beterin des Psalms bringt ihr ganzes Leben vor Gott: die Tränen in der Nacht, das Bedrängtwerden von den Fragen derer, die es nicht gut meinen, die Unruhe, aber auch die Zuversicht, dass Gott helfen wird, die Erinnerung an gute Zeiten.
Das Beten erfrischt unseren Glauben so wie das Wasser den durstigen Hirsch. Lässt ihn lebendig sein und immer wieder neu werden. Wenn wir an Gott glauben, glauben an eine liebende Macht, die uns zur Liebe herausfordert, dann leben wir das; machen diesen Glauben lebendig. Und strahlen aus, dass Gewalt und Lebensfeindliches, aber auch Resignation und das Jagen nach dem schönen Schein nicht das letzte Wort haben werden. Wir vertrauen auf die göttliche Macht des Guten und erhalten damit Anteil an ihr. 
Wie die Hirsche kennen wir die Wasserstellen: Das Gebet, die Gemeinschaft, die unseren Glauben und unsere Hoffnung erfrischen. Hirsche finden sich mit der Trockenheit nicht ab, sie suchen das Wasser. Und die Verheißung gilt: An den Wasserstellen ist die Sehnsucht groß und Gott lebendig. „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so sehnt sich, meine Seele, Gott, nach Dir.“ 

Eine immer wieder erfrischende Sommerzeit wünscht 
Ihre Pastorin Anja Kramer

„Wie der Hirsch…“ (pdf 1,1 MB) Wort der Zuversicht vom 19. Juli 26

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