Gott ist nicht exklusiv! Das heißt: wir glauben immer gemeinsam. Das ist Glaube: ein Gemeinschaftsprojekt, das grenzenlos ist. Zu dieser radikalen Erkenntnis kommt Petrus in der Apostelgeschichte in der Bibel. Die jüdische Erkenntnis, dass, wer an Gott glaubt und recht tut, bei Gott willkommen ist, weitet sich aus. Es entsteht eine universale Bewegung.
Gerade heute, wo so viele Menschen Grenzen zwischen sich und anderen ziehen, Menschen sortieren und ausgrenzen, betonen wir als Christ*innen: Wir bestimmen uns nicht dadurch, woher wir kommen, sondern durch unser Vertrauen auf Gott und dadurch, wie wir handeln.
Die Botschaft Gottes begründet sich nicht auf ethnische Zugehörigkeit oder kulturelle Merkmale, sondern auf Glauben und Gerechtigkeit. Wir erleben ja auch schon in der Ökumene in Deutschland, dass wir unterschiedlich Gottesdienst feiern und dabei doch den einen Gott. Wir können ganz unterschiedlich Gottesdienst feiern: in bunten Gewändern mit Klatschen und Hüftschwung oder nüchtern mit langer Predigt. Diese Unterschiede sind eine Bereicherung. Sie zeigen, dass Gott unterschiedlich zu erleben und zu feiern ist. So begegnen wir dem lebendigen Gott, der sich nicht einsperren lässt, in unsere Vorstellungen. Gott ist gerade in der Vielfalt der menschlichen Lebensformen zu erfahren.
Damit wird das, was mir erst mal fremd ist, nicht zur Störung, sondern zu einem Ort der Begegnung mit Gott. Ich merke das im Gespräch mit einer muslimischen Freundin, dass sie mir mit ihrer Gebetspraxis und ihrem religiösen Leben nah ist, weil sie aus Gottvertrauen lebt. Als Christ*innen sind wir eine Gemeinschaft in Bewegung: so sind wir bereit, uns zu öffnen, zuzuhören, die Fremdheit zu respektieren, ohne unsere eigene Identität aufzugeben.
Frohe Pfingsten wünscht Ihre Pastorin Anja Kramer
Ein Gemeinschaftsprojekt (Pdf 800 kB) Wort der Zuversicht vom 24. Mai 26
