Es gibt eine Kirche, in der es ziemlich militärisch zugeht. In der Heilsarmee tragen die Prediger eine Uniform und nennen sich Offiziere. Die Heilsarmee will damit nach außen zeigen und deutlich machen, wer sie sind und wofür sie stehen. Es dauert Jahre, bis ein Prediger zum Major befördert wird. Jeder ist stolz, wenn er endlich die silbernen Abzeichen bekommt.
Als Kirchenälteste, Pastor*innen, Diakon*innen, oder in der Gemeinde engagierte Menschen tragen wir keine Uniformen wie in der Heilsarmee. Ich frage mich: Sind wir als Christinnen und Christen erkennbar?
Ich vermute, man sieht es uns nicht an – zumindest nicht auf den ersten Blick.
Denn als Christ*innen sind wir zunächst ganz normaler Teil dieser Welt – auch mit seinen Paradoxien: wir sind für Umweltschutz und fahren mit dem Auto vierhundert Meter zum Bäcker, wir suchen Ruhe und Erholung, aber nicht ohne Handy und Laptop. Als Christi*nnen sind wir Teil dieser Welt. Und das ist gut. Mit unseren guten und schuldhaften Seiten.
Trotzdem sollte uns etwas auszeichnen. Nicht als Abzeichen auf der Schulterklappe, sondern sichtbar im Verhalten. Der Kolosserbrief hat da eine klare Kleiderordnung (Kol 3,12): „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld.“
Das steht uns gut, das dürfen wir ausstrahlen, damit werden wir sichtbar.
Ihr Pastor Michael Trippner
Christliche Kleiderordnung (pdf 459 kB) Wort der Zuversicht vom 28. Juni 26
