Warum an Leiden erinnern? – Warum Karfreitag?

Warum erinnern wir uns Karfreitag an das grausame Leiden Jesu? Es gibt in unserer Welt, unserem Leben doch schon genug davon?! Was hat das Geschehen am Kreuz damals mit uns zu tun?

Mit der Erinnerung an Karfreitag ist das Leiden in unserem Leben, in dieser Welt eben nicht vergessen, nicht verdrängt, nicht das Scheitern und Trauern, nicht das Schuldigwerden und Verloren fühlen. Dass wir als Christ*innen das jedes Jahr wieder tun, das Leiden bedenken, ist der Kern des Christentums: Wir sind keine Religion der Siegenden, ewig Fröhlichen, ewig Tanzenden, sondern wir glauben an einen Gott am Kreuz, paradox und unverständlich. An Ostern können wir auf den Gräbern tanzen, weil der Tod seine Macht verloren hat. Aber vor dem Färben der bunten Eier als Zeichen der Auferstehung steht das Innehalten, das Wahrnehmen, was ist, zu dem Leiden und Sterben dazu gehören. Das Paradoxe, das Unverständliche, das Über-Kreuz-sein, das Leiden hat Raum in unserem Glauben. Der christliche Glaube verklärt das Leiden nicht, sondern hält den Protest dagegen hoch. So werden die Leidenden nicht allein gelassen, und wir können gemeinsam nach Heil suchen. Denn in Jesus können wir uns als die erkennen, die Gott in uns sieht: Die, die zur Gemeinschaft fähig sind und zu Zusammenhalt, zur Befreiung aus Strukturen, die ungerecht und gewalttätig sind, und wir können uns als die erkennen, die fähig sind zur Umkehr ins Leben. Wir sind „Botschafter*innen an Christi statt“ (2. Kor 5,20) so nennt Paulus das.

Eine gesegnete Karwoche wünscht ihre Pastorin Anja Kramer

Warum an Leiden erinnern? – Warum Karfreitag? (pdf 987 kB) Wort der Zuversicht vom 29. März 26

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