Die Lambertikirche erinnert mit dem „Kwami-Saal“ an den schwarzen Pastor Robert Kwami aus Togo, der am 20. September 1932 in Oldenburg predigte. Robert Kwami arbeitete als Pastor für die Norddeutsche Mission. Seine Predigt war öffentlich angekündigt und wurde zur politischen Affäre. Die Nationalsozialisten versuchten, seinen Auftritt zu verhindern, und machten aus seiner Hautfarbe und Herkunft einen üblen rassistischen Angriff. Der damalige nationalsozialistische Ministerpräsident von Oldenburg, Carl Röver, hatte die Rede verboten. Doch Pastor Erich Hoyer hielt mit Unterstützung aus dem Oberkirchenrat tapfer und couragiert dagegen. Hoyer ließ sich nicht dazu bringen, Kwami auszuladen und damit auszugrenzen. Die Kirche war schließlich voll bis unters Dach. Viele waren gekommen, um ihn zu hören und ihre Unterstützung zu unterstreichen. Das wurde Carl Rövers Niederlage. Und Robert Kwamis Predigt wurde zu einem Zeichen gegen allen Rassismus in einer politisch schwierigen Zeit und zeigte kirchlichen Widerstand gegen die menschenverachtende Politik, die in dieser Stadt von schrecklich vielen früh unterstützt wurde.
Nun war es mir eine besondere Ehre, dass Familie Kwami aus Ghana und Berlin in Oldenburg zu Besuch war. Und es war eine sehr bewegende Begegnung. Die Familie wollten gerne den Erinnerungsort an den Ururgroßvater sehen und diese Kirche besuchen, in der Robert Kwami predigte. Vor einem politisch heiklen Wahlmonat erinnert uns dieser Besuch, welche Ausgrenzung nie wieder geschehen darf.
Ihr Pastor Tom O. Brok
Nie wieder „Kwami-Affäre“ wie 1932 (pdf 485 kB) Wort der Zuversicht vom 30. August 26
