Die Karte zeigt die Linie, die der Reformationstag durch unser Land zieht. Norden und der Osten feiern diesen Tag als staatlichen Feiertag. Am Tag darauf wechselt der Feiertag die Seiten und die Bundesländer im Süden und Westen feiern den Allerheiligen. In der Nacht des Wechsels vom Reformationstag zu Allerheiligen hat sich Halloween eingenistet – als Feier des Vorabends zu Allerheiligen. Denn von diesem Datum hat Halloween den Namen, abgleitet vom englischen „All Hallows‘ Eve“.
Die Grenze zwischen beiden Feiertagen macht sichtbar, wo die konfessionellen Mehrheiten und Prägungen liegen. Trotz aller Säkularisierung sind Norden und Osten unseres Landes eher evangelisch geprägt, Süden und Westen eher katholisch.
Evangelische feiern Luther, Calvin und die anderen Männer und Frauen, die die Reformation vorangetrieben haben, längst wie Heilige, zwar nicht als Fürbitter im Himmel, aber als Menschen, an die wir uns als Väter und Mütter unseres Glaubens liebevoll und dennoch kritisch erinnern. Überschneidungen zum katholischen Fest Allerheiligen sind nicht zu übersehen.
In diesem Jahr besetzten beide Feiertage gemeinsam ein Wochenende. Sonnabend ist im Osten und im Norden arbeitsfrei, der Sonntag ist im Süden und Westen zudem ein Feiertag. Das ist in diesem Jahr ein schönes Zusammentreffen. Weil wir an einem Wochenende alle irgendwie feiern können. Wenn man so will, überwinden wir an diesem Wochenende die deutsche Teilung.
Ihr Pastor Prof. Dr. Ralph Hennings
Deutschland ist gespalten (pdf 144 kB) Wort der Zuversicht vom 1. November 2026
